Eine Begegnung mit Toulu Hassani

Eine Begegnung mit Toulu Hassani
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Du hattest ein Stipendium in New York und hast in Valencia studiert. Inwieweit spielen verschiedene Kulturen in deine Arbeiten rein?

Offengestanden glaube ich, dass wir bereits seit so vielen Generationen unter dem Einfluss verschiedener Kulturen stehen, dass es schwerfällt, eine Grenze zu ziehen oder diesen Einfluss zu benennen. Trotzdem waren diese Zeiträume in anderen Umgebungen sehr eindrucksvoll für mich. Es ist wichtig zu lernen und zu erfahren, dass es andere Lebensrealitäten und Ansätze gibt und das ist letztendlich sehr bereichernd.

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Was bedeutet der Begriff „Zusammenarbeit“ für dich? 

Zusammenarbeit würde ich zunächst sehr pragmatisch verstehen, also in einer Gruppe oder einem Kollektiv Ideen zu verfolgen und diese umzusetzen, so wie ihr es mit weserholz macht. Denke ich den Begriff weiter, deute ich Zusammenarbeit gleich abstrakter. Indirekte Zusammenarbeit kann auch die gemeinsame Auseinandersetzung mit Themen sein. Wenn man sich beispielsweise gegenseitig inspiriert oder an Inhalte anknüpft und diese weiter- oder mitverfolgt, auch über Generationen hinweg.

Zusammenarbeit würde ich zunächst sehr pragmatisch verstehen, also in einer Gruppe oder einem Kollektiv Ideen zu verfolgen und diese umzusetzen, so wie ihr es mit weserholz macht. Denke ich den Begriff weiter, deute ich Zusammenarbeit gleich abstrakter. Indirekte Zusammenarbeit kann auch die gemeinsame Auseinandersetzung mit Themen sein. Wenn man sich beispielsweise gegenseitig inspiriert oder an Inhalte anknüpft und diese weiter- oder mitverfolgt, auch über Generationen hinweg.

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Was bedeutet der Begriff >>„Zusammenarbeit“ für dich? 

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Inwieweit steckt „Zusammenarbeit“ in deinen Kunstwerken?

Bezogen auf die Entstehung meiner Bilder muss ich zugeben, dass ich sehr viel Zeit alleine im Atelier verbringe und mir das wichtig ist. Dennoch bin ich auch im ständigen Austausch mit meinem Freund. Er ist Fotograf und wir arbeiten quasi jeder für sich in unseren jeweiligen Disziplinen zusammen. Was die Bilder selbst angeht, so denke ich, dass sich die Einflüsse dort zusammenfügen, denen ich einerseits ausgesetzt bin und denen ich mich andererseits aussetze.

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Welchen Einflüssen setzt du dich aus? Was inspiriert dich? 

Das kann sehr vieles sein. Die fraktale Struktur eines Blattes, der Rhythmus oder die Stimmung eines Songs, Texte, Videos von Physikvorlesungen, andere Künstler und Musiker. Momentan berühren mich die Musik und die Texte von Kate Tempest sehr, um einmal etwas Konkretes zu nennen. Ich merke oft, dass viele meiner Entscheidungen auf Begebenheiten oder Einflüssen basieren, die beinahe nebenbei ablaufen. Auch die kleinen, ständigen Beeinflussungen sind für mich in der Summe inspirierend. Was mich jedoch immer wieder fasziniert, sind die Versuche von uns Menschen, der Welt und den Ereignissen in ihr eine zugrundeliegende Ordnung zuzuschreiben und in erklärbare physikalische Modelle zu übersetzten. Letztendlich resultiert – nach Stephen Hawking – daraus nicht mehr als eine vollständige Beschreibung des Universums, was keine Auswirkung auf unser Leben und die Umwelt zur Folge hätte. Diese Erkenntnis lässt mich Wert völlig getrennt von Funktion begreifen.

Das kann sehr vieles sein. Die fraktale Struktur eines Blattes, der Rhythmus oder die Stimmung eines Songs, Texte, Videos von Physikvorlesungen, andere Künstler und Musiker. Momentan berühren mich die Musik und die Texte von Kate Tempest sehr, um einmal etwas Konkretes zu nennen. Ich merke oft, dass viele meiner Entscheidungen auf Begebenheiten oder Einflüssen basieren, die beinahe nebenbei ablaufen. Auch die kleinen, ständigen Beeinflussungen sind für mich in der Summe inspirierend. Was mich jedoch immer wieder fasziniert, sind die Versuche von uns Menschen, der Welt und den Ereignissen in ihr eine zugrundeliegende Ordnung zuzuschreiben und in erklärbare physikalische Modelle zu übersetzten. Letztendlich resultiert – nach Stephen Hawking – daraus nicht mehr als eine vollständige Beschreibung des Universums, was keine Auswirkung auf unser Leben und die Umwelt zur Folge hätte. Diese Erkenntnis lässt mich Wert völlig getrennt von Funktion begreifen.

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Welchen Einflüssen setzt du dich aus? Was inspiriert dich?

 

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Wie spielen die verschiedenen Materialien in deinen Arbeiten zusammen?

Zunächst stehen die Eigenschaften eines Materials im Vordergrund und inwieweit sie meiner Vorstellung entsprechen und dieser standhalten können. Manchmal ist es dann aber umgekehrt und das Material gibt mir vor, was möglich ist und ich lerne daraus. Es ist auch oft ein „Gegeneinander-Arbeiten“, bis man sich schließlich einigt.

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Braucht der Mensch den Computer, um kreativ zu sein?

Ich denke, es kommt auf das Fachgebiet oder die Disziplin an. Viele Programme erleichtern die Arbeit und beschleunigen vor allem Prozesse, ersetzen sogar gänzlich unsere Arbeit oder ermöglichen komplexe Studien. Aus künstlerischer Sicht ist man unabhängiger, vor allem in Bezug auf das Ergebnis oder die Anwendbarkeit der Dinge, die man tut. Vor kurzem habe ich einen direkten Vergleich gemacht:Erst habe ich ein Raster digital verzerrt, so dass es räumlich wirkt. Dann habe ich im gleichen Format und mit ähnlichen Proportionen ein Raster aus freier Hand mit dem Pinsel gezeichnet.Das Analoge empfinde ich als viel organischer und unvorhersehbar. Das sind für mich Voraussetzungen für Kreativität. Erst in der Praxis entstehen Dinge, die ich mir vorher so nicht ausdenken und in ein Modell umsetzen kann. Wohingegen in der Wissenschaft darauf sicher nicht verzichtet werden kann.

Ich denke, es kommt auf das Fachgebiet oder die Disziplin an. Viele Programme erleichtern die Arbeit und beschleunigen vor allem Prozesse, ersetzen sogar gänzlich unsere Arbeit oder ermöglichen komplexe Studien. Aus künstlerischer Sicht ist man unabhängiger, vor allem in Bezug auf das Ergebnis oder die Anwendbarkeit der Dinge, die man tut. Vor kurzem habe ich einen direkten Vergleich gemacht: Erst habe ich ein Raster digital verzerrt, so dass es räumlich wirkt. Dann habe ich im gleichen Format und mit ähnlichen Proportionen ein Raster aus freier Hand mit dem Pinsel gezeichnet. Das Analoge empfinde ich als viel organischer und unvorhersehbar. Das sind für mich Voraussetzungen für Kreativität. Erst in der Praxis entstehen Dinge, die ich mir vorher so nicht ausdenken und in ein Modell umsetzen kann. Wohingegen in der Wissenschaft darauf sicher nicht verzichtet werden kann.

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Braucht der Mensch den Computer, um kreativ zu sein?

 

 

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Was erzählen uns deine Bilder?

>>Meine Bilder erzählen hoffentlich noch mehr als ich in sie hineingebe, da sie auch das sind, was der Betrachter in ihnen sieht.

 

Toulu Hassani, geboren 1984 in Ahwaz (Iran) und wohnhaft in Hannover ist derzeit und bis zum 1.11.2020 als Nominierte des >>Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2020 in der Kunsthalle Bremen zu bestaunen.

Das Gespräch führten >>Paula Eickmann und Pape Samba Ndiaye.

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