Mein Praktikum bei weserholz – aufregend, aber nicht selbstverständlich

Mein Praktikum bei weserholz – aufregend, aber nicht selbstverständlich

Ein Erfahrungsbericht von Jule |  19 Jahre |  Auf dem Weg zum Studium für Kommunikationsdesign

Moin! Ich möchte mich einmal kurz vorstellen: Ich bin Jule und mache seit November 2019 ein Praktikum bei weserholz. Jetzt habe ich zum ersten Mal die Gelegenheit, ein bisschen von meinen Erlebnissen und Abenteuern zu erzählen.

DER KOPF IST WIE EIN MOTOR

Zum Beispiel: Als ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal beim Mathematik-Training mitgemacht habe. Trotz meiner erfolgreichen Matheprüfung im Abitur und dem Gefühl, eigentlich ganz gut hinter die Sache gekommen zu sein, fühlte ich mich peinlich berührt. Angefangen haben wir mit ein paar Übungsaufgaben – Multiplikation, Addition und so weiter. Verdutzt musste ich feststellen, dass mir beim besten Willen nicht mehr einfiel, wie man 483:22 ohne Taschenrechner löst und staunte über die Trainees Abdullah und Alassane, die fröhlich und munter vor sich hinrechneten.

So einfach ist es, Lösungswege und Arbeitsschritte wieder zu vergessen, wenn man sie nicht ab und zu übt und sich erinnert.

„Der Kopf ist wie ein Motor“, sagt Mathe-Trainer Peter, „man muss ihn benutzen und ölen, sonst rostet er irgendwann und läuft nicht mehr so flüssig wie man es gerne hätte“.

CHANCEN NUTZEN

Das leuchtete vollkommen ein und trotzdem wurden mir ganz schnell wieder alle Hürden bewusst, alle Gedanken die in Trainee Bintou‘s Kopf herumschwirren und einfach keine Umfangsformel des Kreises hineinlassen können. Wieder wird mir klar, wie selbstverständlich es für mich war, in den vergangenen 13 Jahren eine ununterbrochene und komplett durchstrukturierte Schulbildung erhalten zu haben. Ich erinnere mich, wie undankbar wir diese Möglichkeit ausgenutzt haben und fühle bei dem Wissensdurst und der Freude am Lernen der Trainees ein Erstaunen und ein riesiges Gefühl von Glück.

GEDULD, OPTIMISMUS & LEGO

Ich bewundere die beiden Trainer*innen Peter und Natascha für ihre Geduld und die Fähigkeit, gleichzeitig verschiedene Niveaus zu fördern und dabei einen Optimismus zu vermitteln, der mich vollkommen einfängt.

In der Werkstatt läuft es nicht anders, und es wurde ganz schnell deutlich, wie wichtig Legosteine und ein bisschen Spaß für einen klugen und erfolgreichen >> Gestaltungsprozess sein können.

Vor allem, wenn er durch Anselm (Designer) und Amin (Tischler) mitgedacht und vorangetrieben wird. So entsteht in Teamarbeit ein Projekt nach dem nächsten und jede*r darf ihre/seine Vorstellungen ausleben und umsetzen.

ANDERS LERNEN

Vor meiner Arbeit bei weserholz habe ich verschiedene klassisch handwerkliche Praktika gemacht, welche alle durch kontinuierliche und klare Arbeitsabläufe und Aufgaben definiert waren: diese Maschine bedienen, jenes Anschreiben erstellen oder diesen Satz Vorlagen ausschneiden – Arbeit in Blöcken, bei denen man am Ende ein sichtbares Ergebnis haben muss. Dann geht es wieder von vorne los.

>> Lernen, so wie es hier bei weserholz im Vordergrund steht ist anders. Beim Lernen darf man sich ausprobieren, man darf Fragen stellen und hinterfragen. Man darf sich die Zeit nehmen, die man zum Verstehen braucht und kann sich gegenseitig unterstützen und voranbringen. Alles ist also von einem Gefühl der Gemeinsamkeit geprägt, welches mir nach Ablauf des Praktikums sicherlich fehlen wird.                          

DER ROTE FADEN & VERRÜCKTE IDEEN

Das ist ein Verständnis, ein roter Faden, der sich durch meine gesamte Praktikumszeit zieht, der alles zusammenhält und das weserholz-Team charakterisiert. Ich lerne zu verstehen was es bedeutet, sich auf ein solches Verständnis festzulegen und ein Unternehmen danach zu gestalten. Und wie viel Planung und Arbeit es benötigt, diesen Weg für die Trainees zu ermöglichen.

Vor allem ist dieses Praktikum aber eines für mich – aufregend! Denn was ich hier alles lernen und erfahren durfte; wie >> Ataaya Tee hergestellt wird, wie man „Diese Party ist scheiße“ auf Fula sagt und warum man verrückte Ideen und Erfindungen auf keinen Fall verwerfen darf, sind nur einige Beispiele.

Wie großartig, dass es weserholz gibt und dass ich im Moment Teil dieser Familie sein kann.

Wir danken dir Jule für den engagierten Einsatz, deine tollen Ideen und die kreative Umsetzung. Viel Erfolg auf dem weiteren Weg als Gestalter*in!

Bei Interesse an einem Praktikum wendet euch gerne an >> moin@weserholz.de

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