Interview Slam

Interview Slam

Ein wichtiger Baustein bei weserholz ist das berufliche Coaching unserer Trainees. Dabei geht es auch darum, wie man sich selbst präsentiert und seine Motivation stimmig rüberbringt. Bei der Vorbereitung des Coachings bin ich durch eigene Bewerbungsunterlagen gegangen und auf diesen Interview Slam gestoßen, den ich vor fünf Jahren bei einem Assessment Center einer deutschen NGO und meinen Mitbewerber*innen vortrug. Den Job habe ich nicht bekommen, aber gelernt, dass das klassische Anschreiben auch anders gedacht werden kann. Und, um zu überzeugen, soll man auch mal originell und mutig sein.

Ich bin Bremerin,
gebürtig Indonesierin
und genetisch ist auch Bayern drin;
27 Jahre zeigt meine Uhr,
in denen ich viele Länder befuhr
– ad anno war ich in Andalusien auf Tour.

Ihr fragt, wie ist Spanien:
Como esta? Muy bien!
Dort war ich nämlich Farmerin.

Neben Blumenerde in den Poren
verdiente ich mir auch akademische Sporen
Bachelor of Hearts und auch noch Master –
besser bekannt als Master of Desaster.

Bevor ich aber anfang‘
meine Vita durchzukauen
würde ich euch gern
meine Beweggründe anvertrauen.

Ich bin ein Idealist
und Idealismus ist,
was diese Welt vermisst.
Fernweh treibt mich an
und wann immer ich kann,
steuer ich ferne Ufer an.

Meinen Berufswunsch mir im Sinn
bin ich hier, wo ich bin
und bleib in diesem Metier drin.

Und erhoffe mir:
Dinge zu sehn‘,
Dinge verstehn‘,
Dinge hinterfragen,
Dinge laut zu sagen,
Dinge verändern –

Ich sei geeignet,
weil ich schneid habe,
weswegen ich auch
diese Reime vortrage.

Dafür liess ich Haus und Hof zurück,
zöge aus wie Hans im Glück;
Ich bin hier,
genau wie Ihr,
um was zu bewegen,
um nicht nur zu schweben
neben dem Konsumzug,
der nicht warten tut,
den’s nicht interessiert,
wer sein Getriebe schmiert.
Wir müssten selber hinschauen,
statt dem neeusten Hashtag zu vertrauen.

Denn, ihr könnt, ich kann was erreichen,
wenn wir gemeinsam Fackeln schwenken,
wenn wir gemeinsam dieses Schiff lenken,
auf dem Kurs der Verständigung,
dazu verwende ich nun
dies Programm von ‚Brot für die Welt‘,
um die Welt weltwärts zu gestalten,
wie’s uns gefällt.
Geht’s zwischen den Welten an
und fangt bei den Menschen an,
die in der Fremde sind,
für die wir Fremde sind,
um Brücken zu bauen,
um Mauern zu zerhauen.

Was ich persönlich dazu beitragen kann,
knüpft an meine Erfahrung an:
In Algerien habe ich
einen Film produziert
und arabische Köstlichkeiten probiert;
In Australien habe ich
Zäune inspiziert
und Rinder getrieben,
lernte Edelsteine sieben;

In Istanbul habe ich
den Harem studiert,
um mit Vorurteilen aufzuräumen
und 1001 Nacht zu träumen;
in Indonesien habe ich
deutsch gelehrt
und mich über den Smog beschwert;

Mit Orang Utangs tanzte ich,
der Monsun überwältigte mich;
In England habe ich
Gräber gepflegt
und Altlasten zersägt;
auf Friedhöfen der Kriegsopfer,
die von Zeiten singen,
wo die Säbel klingen.

In Augsburg dann
habe ich meinen Abschluss
in Medien und Kommunikation gemacht,
dabei mir gedacht,
dass es Worte sind,
die die Welt verändern.
Doch Worten müssen
Taten folgen.
Um zu wissen wie,
beschäftigte ich mich
im Master mit einer anderen Philosophie
Nämlich:
Theater, Film und Literatur
als Abglanz einer transnationalen Kultur;

Diese Aufzählung sollte
bezeugen, dass ich
mit Freuden
globale, transnationale
bekannte und verkannte
Probleme und Baustellen
mit Hand, Fuß und Kopf bearbeite
und erst aufhöre,
wenn ich die Natur der Dinge störe.

Es gibt nur eine Angst zu läutern
und zwar habe ich
wenig Freud‘ dran
in ein Flugzeug zu steigen,
denn, wenn man ehrlich ist,
ist dies ein Gefährt
bei dem du Bodenhaftung misst.

ein Beitrag von >>Karin Felzmann

Social Enterprise

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