Das antirassistische Toilettenpapier

Das antirassistische Toilettenpapier

Müsste man für das vergangene Jahr 2020 ein Symbol wählen, stünde Toilettenpapier sicherlich in der engeren Auswahl. Zumindest im ersten Lockdown stand es für alle Ungewissheiten, Unsicherheiten und Ängste derer, die die Regale der Supermärkte leerten.

Ein knappes Jahr später, im Januar 2021, hat sich die Versorgungslage im Einzelhandel wieder normalisiert. Und doch: immer wenn ein Paket Toilettenpapier im Einkaufswagen landet, ist es als ob eine kleine Stimme aus der Verpackung ins Ohr flüstert: „ich werde dich immer an den ersten Lockdown erinnern!“

Vielleicht ist es Zeit, diesem Produkt eine neue Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Genau das tut die Firma Goldeimer, und zwar nicht erst seit 2020, sondern schon seit 2014. Gemeinsam mit Viva Con Agua macht Goldeimer auf die prekäre sanitäre Situation weltweit aufmerksam, die wiederum in direktem Zusammenhang zur Gesundheit vieler Menschen steht.

Rassismus ist für'n Arsch

Goldeimer hat nun einen >>Wettbewerb ausgerufen, bei dem es um ein Thema geht, das ebenso wichtig ist und bei der Mehrheitsbevölkerung noch zu oft kleingeredet und ignoriert wird: es geht um Rassismus. Gemeinsam mit dem Musiker Roger Rekless werden dezidiert „BIPoC und jüdische Kreative in Deutschland“ (Zitat goldeimer.de) aufgerufen, einen Beitrag einzureichen, der dann, im Fall des Gewinns, auf 100.000 Packungen gedruckt wird.

Trainees nehmen an Wettbewerb teil

Die >>Trainees von weserholz haben den Aufruf gehört und sich in den letzten Wochen intensiv mit täglich erlebtem Rassismus auseinandergesetzt. Rassismus, was bedeutet das für dich? Wie wehrst du dich? Was kannst, darfst, sollst du tun? Es ist oft nicht einfach, für Erlebtes Worte zu finden, zumal diese auch nicht in der eigenen Muttersprache sind. Ein Ergebnis, das gleichzeitig der selbst gestellte Arbeitsauftrag werden sollte, war: wir wollen dem Rassismus mit einer positiven und lebensbejahenden Aussage entgegentreten: „Mensch ist Mensch!“

Im Gestaltungsprozess kamen Abdou, Bakary, Diallo, Shakhzod, Suleyman, Wurie und Yero auf schwierige Fragen:

  • Wie können wir auf der uns zur Verfügung stehenden Fläche einer Toilettenpapier-Verpackung ein so komplexes Thema angemessen abbilden?
  • Welche Bilder und Symbole können verstanden werden?
  • Und können wir persönliche Standpunkte in Bilder abstrahieren, sodass sie zu allgemeinen Aussagen werden?

Diese Probleme in einer Gruppe von sieben >>Gestalter*innen anzugehen, ist nicht leicht. Und Maßnahmen gegen die Verbreitung von Covid19, wie Maskenpflicht und vor allem die Trennung in zwei Gruppen, machte die Arbeit nicht einfacher.

Umso stolzer macht uns das Ergebnis: Ein starkes Symbol für gesellschaftlichen Zusammenhalt und jegliche Form von Ausgrenzung, ganz im Sinne unseres Beitragsmottos: Mensch ist Mensch!

 

Ein Design der >>Trainees und ein Beitrag von >>Anselm Stählin